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Prof. Dr. med. Dr. phil. Klaus M. Beier: Verursacherbezogene Prävention sexueller Traumatisierung von Kindern

Am 08./09.06.2018 findet an der BAP eine Veranstaltung zum Thema "Verursacherbezogene Prävention sexueller Traumatisierung von Kindern" statt.
Referenten: Prof. Dr. med. Dr. phil. Klaus M. Beier (Vortrag) und Hannes Ulrich (Workshop)


Vortrag am 08.06.2018 (19-21.15 Uhr)

Der Vortrag informiert über Pädophilie (d.h. die sexuelle Ansprechbarkeit für das kindliche Körperschema), Hebephilie (d.h. die sexuelle Ansprechbarkeit für das frühpubertäre Körperschema) und über die Prävention sexueller Traumatisierungen von Kindern und Jugendlichen. Die verschiedenen Formen sexuellen Kindesmissbrauchs, einschließlich der Nutzung von Missbrauchsabbildungen kommen genauso zur Darstellung wie Kenntnisse zu verschiedenen Tätergruppen. Es wird deutlich, dass Pädophilie oder Hebephilie keineswegs zwingend zur Begehung von Taten führt, es also Betroffene gibt, die ihre auf Kinder gerichteten sexuellen Fantasien nicht auf der Verhaltensebene ausleben, sondern auf der Fantasieebene belassen. Bezug genommen wird dabei auf die umfassenden diagnostischen und therapeutischen Erfahrungen seit der Initiierung des Präventionsprojektes Dunkelfeld im Jahre 2005. Hieraus etablierte sich ein deutschlandweites Präventionsnetzwerk von Anlaufstellen (www.kein-taeter-werden.de) sowie die Ausweitung des Angebotes auf Jugendliche in Berlin (www.du-traeumst-von-ihnen.de), was insgesamt ab 2018 im Rahmen eines Modellvorhabens von den gesetzlichen Krankenkassen finanziert wird.

Workshop am 09.06.2018 (9.30-17.30 Uhr)

Präventiv- therapeutische Maßnahmen können Betroffene dabei unterstützen, keinen sexuellen Kindesmissbrauch zu begehen oder Missbrauchsabbildungen zu konsumieren. Der Workshop informiert praxisnah über die am Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin der Charité – Universitätsmedizin Berlin zu diesem Zweck entwickelte Berliner Dissexualitätstherapie (BEDIT). Die Teilnehmer werden zunächst theoretisch und inhaltlich über die Besonderheiten der Therapie und der Inanspruchnahmepopulation informiert, bevor das Wissen in praktischen Übungen vertieft wird.

Kurzvita der Referenten:

Prof. Dr. med. Dr. phil. Klaus M. Beier, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychoanalytiker. Seit 1996 Leiter des neu eingerichteten Instituts für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin der Charité - Universitätsmedizin Berlin (mit angeschlossener Hochschulambulanz). Seit 2005 dort Etablierung des Forschungsprojekts „Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch im Dunkelfeld“ mit nachfolgend bundesweitem Ausbau (vgl. www.kein-taeter-werden.de) und seit 2014 in Berlin einer Ausweitung auch auf Jugendliche (www.du-traeumst-von-ihnen.de). Jahrzehntelange gutachterliche Tätigkeit zur Schuldfähigkeit und Prognose von Sexualstraftätern. An der Charité ist Prof. Beier zuständig für das Modul „Sexualität und endokrines System“, das alle Medizin-Studierenden der Charité durchlaufen müssen, und leitet die curriculare Weiterbildung für die Zusatzbezeichnung Sexualmedizin (Ärztekammer Berlin).

Hannes Ulrich, M.Sc., studierte an der Medical School Berlin und an der Freien Universität zu Berlin Psychologie. Des Weiteren absolvierte Herr Ulrich eine Ausbildung zum Systemsichen Therapeuten am Institut für Systemische Therapie, EMDR-Traumatherapie sowie die Weiterbildung Sexualmedizin (Ärztekammer Berlin). Hannes Ulrich ist seit 2012 am Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin tätig. Neben der therapeutischen Arbeit, u.a. im Präventionsprojekt Dunkelfeld „kein Täter werden“, bietet er Seminare im Modellstudiengang Medizin an. Zusätzlich zu seiner Tätigkeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Charité arbeitet Herr Ulrich im Projekt „MUT“, in dem er Jungen und Männern, die sexualisierte Gewalt erfahren haben, therapeutische Hilfe angeboten wird.

Ausgewählte Publikationen:

Beier KM (1995a). Dissexualität im Lebenslängsschnitt. Berlin, Heidelberg, New York: Springer.
Beier KM, Loewit K (2011). Praxisleitfaden Sexualmedizin. Von der Theorie zur Therapie. Berlin, Heidelberg: Springer.
Beier KM, Bosinski HAG, Loewit K (2005). Sexualmedizin. 2. A. München: Elsevier Urban & Fischer.
Beier KM et al. (2009). Can pedophiles be reached for primary prevention of child sexual abuse? First results of the Berlin Prevention Project Dunkelfeld (PPD). J Forens Psychiatry Psychol 20: 851–867.
Beier KM et al. (2015). The German Dunkelfeld project: A pilot study to prevent child sexual abuse and the use of child abusive images. J Sex Med 12(2): 529–542.
Beier KM et al. (2016) “Just dreaming of them”: The Berlin Project for Primary Prevention of Child Sexual Abuse by Juveniles (PPJ). Child Abuse Neglect 52: 1–10.
Berliner Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin (2013). BEDIT – The Berlin Dissexuality Therapy Program. Weimar: Gutenberg.

Eine vorherige Anmeldung für die Veranstaltungen ist unbedingt erforderlich!

Gebühr für den Vortrag: 10 Euro; PiA’s: 5 Euro; PiA’s der BAP und StudentInnen: kostenlos
Gebühr für den Workshop: 150 Euro

Informationen und Anmeldung:
Esther Fußbach, Tel. 030/209166-151, E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!