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"Doing gender" in der Psychotherapie? Was sich von Trans- und Intersex-Personen über das Geschlecht lernen lässt

Wir laden Sie herzlich zu einer Fortbildungsveranstaltung von Frau Prof. Dr. Ilka Quindeau am 15. und 16. Februar 2019 an der Berliner Akademie für Psychotherapie ein.


Vortrag am 15.02.2019 (19:00 - 21:15 Uhr) 3 FE

Wieder einmal ist das Recht der Wissenschaft voraus. Mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Frage der Intersexualität vom Oktober 2017 wurde der dichotomen Zweigeschlechtlichkeit nun auch höchstrichterlich eine Absage erteilt. In der Psychoanalyse wird das binäre Geschlecht dagegen häufig noch als Selbstverständlichkeit betrachtet sowohl im therapeutischen Prozess als auch in der Theoriebildung. Das steht in einiger Spannung zur Diversifizierung geschlechtlicher Identitäten, wie sie etwa in sozialen Netzwerken zu finden sind.
Doch bietet das Konzept des Unbewussten eine einzigartige Möglichkeit, Sexualität, Körper und Geschlecht auf eine nicht-essentialistische Weise zusammenzudenken. Im Verlauf einer Lebensgeschichte werden dem Körper Sexualität und Geschlecht eingeschrieben. Die Metaphern der Einschreibung, von Spur und Umschrift, nehmen dabei zentrale Bedeutung ein; sie verdeutlichen, dass weder Geschlecht noch Begehren angeboren sind und einem genetischen Programm folgen. Die Zweigeschlechtlichkeit entstammt vielmehr einer gesellschaftlichen Übereinkunft, die die Entwicklung einer eindeutigen Geschlechtsidentität fordert. Die Perspektive des Unbewussten geht hingegen von vielfältigen geschlechtlichen Identifizierungen und Begehrensformen aus, die nicht autonom gewählt werden können, sondern sich in sozialen Interaktionen bilden.

Workshop am 16.02.2019 (9:30 Uhr - 17:30 Uhr) 8 FE

Anhand eines Filmbeispiels wird in die Thematik der Intersexualität eingeführt. Der Film regt dazu an, sich mit den eigenen Vorstellungen und Phantasien zum Thema Geschlecht auseinanderzusetzen und danach zu fragen, wie dieses Thema in den eigenen psychotherapeutischen Behandlungen vorkommt.
Darüber hinaus bietet der Workshop Gelegenheit zur ausführlichen Falldarstellung und Diskussion. Die Teilnehmenden werden gebeten, ihre Behandlungserfahrungen einzubringen. Es können zwei Fälle vorgestellt und diskutiert werden, bitte wenden Sie sich an die Referentin, wenn Sie einen Fall einbringen möchten.

Prof. Dr. Ilka Quindeau, Diplom-Psychologin und -Soziologin, Psychoanalytikerin und Lehranalytikerin (DPV/IPV). Seit Oktober 2018 Präsidentin der Internationalen Psychoanalytischen Universität (IPU) Berlin.
Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Geschlechter-, Biographie- und Traumaforschung.

Ausgewählte Publikationen (zuletzt erschienen):
Der Wunsch nach Nähe – Liebe und Begehren in der Psychotherapie (Vandenhoeck & Ruprecht 2017) – zusammen mit Wolfgang Schmidbauer;
Soziale Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten – traumapädagogische Konzepte (Juventa 2017) zusammen mit Marianne Rauwald;
Männlichkeiten – Wie weibliche und männliche Psychoanalytiker Jungen und Männer behandeln (Klett Cotta 2014) zusammen mit Frank Dammasch.

Eine vorherige Anmeldung für die Veranstaltungen ist unbedingt erforderlich!

Gebühr für den Vortrag: 10 Euro; PiA’s: 5 Euro; PiA’s der BAP und StudentInnen: kostenlos
Gebühr für den Workshop: 150 Euro

Informationen und Anmeldung:
Esther Fußbach, Tel. 030/209166-151, E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!