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Aktuell im Fortbildungsprogramm der BAP: Neid und Beneidetwerden

Am 24. und 25. Januar 2020 findet an der BAP im Rahmen des Fortbildungsprogramms 2019/2020 eine Veranstaltung zum Thema "Neid und Beneidetwerden. Destruktive und kreative Aspekte in der therapeutischen Arbeit" statt.
Referentin: Dr. Hildegard Wollenweber

Gefühle von Neid und Beneidetwerden sind ubiquitär und gegenseitig. Jeder kann seit der frühen Kindheit bei jedem anderen etwas Beneidenswertes finden. Sobald ein Kind lernt, sich mit anderen zu vergleichen, kann es wahrnehmen, dass der andere etwas hat oder kann oder ist, was ihm selbst fehlt. Nach dem ersten Erstaunen darüber meldet sich ein Begehren nach dem Besitz, dem Vorteil oder dem Erfolg des anderen. Je nach Stabilität und Ausgestaltung des Selbstwertgefühls entwickeln sich destruktive Neidgefühle, die sich mit zerstörerischen Impulsen auf den anderen richten oder kreative Ideen, die die eigene Entwicklung anregen und den Selbstwert erhöhen.

Die Wahrnehmung beneidet zu werden, löst - ebenfalls entsprechend dem Selbstwertgefühl- entweder ein genussvolles, stolzes Sich-zeigen aus oder eine Angst vor der Aggression der anderen, möglicherweise auch Schuld- und Schamgefühle.
Da der destruktive Neid und das Prahlen beim Beneidetwerden als antisoziale Gefühle gesellschaftlich nicht akzeptiert sind, werden sie in der Regel bewusst verheimlicht oder unbewusst abgewehrt. Das geschieht auch im therapeutischen Prozess, wenn PatientIn und TherapeutIn den gegenseitigen Neid in der (Gegen-) Übertragung nicht wahrnehmen. Das Erkennen und Anerkennen des Neids ermöglicht Entlastung, Integration und therapeutische Bearbeitung der Neidgefühle.

Dr. med. Hildegard Wollenweber, Fachärztin für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse, Psychotherapie (DPG, DGPT, IPA). Niedergelassen in eigener Praxis in Wiesbaden.

Ausgewählte Publikationen
Wollenweber, H. (2017): Neid auf horizontaler Ebene - unter
Geschwistern, in Gruppen, in Mythen, Magie, Wahn und in therapeutischen Beziehungen. In: Focke, I, Pioch. E, Schulze, S. (Hrsg): Neid, Klett-Cotta

Wollenweber, H. (2012): Der Handlungsdialog als Herausforderung und
Chance in der Psychosentherapie. In: Vom Monolog zum Dialog. Forum der
psychoanalytischen Psychosentherapie, Bd. 27, Göttingen, V&R

Wollenweber, H. (2001): Die Umzugsdepression. Frühe Trennungstraumata
und Depression. In: Borderline-Störung und Psychose, Forum der
psychoanalytischen Psychosentherapie, Bd. 5, Göttingen, V&R

Vortrag:        Fr., 24.01.2020 – 19:00 – 21:15 Uhr (3 FE)
Workshop:    Sa., 25.01.2020 – 9:30 – 17:30 Uhr (8 FE)

Eine vorherige Anmeldung für die Veranstaltungen ist unbedingt erforderlich!

Gebühr für den Vortrag: 10 Euro; PiA’s: 5 Euro; PiA’s der BAP und StudentInnen: kostenlos
Gebühr für den Workshop: 150 Euro

Informationen und Anmeldung:
Esther Fußbach, Tel. 030/209166-151, E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!